Professor Layton und die Schatulle der Pandora
Zwei Rätselfüchse und ein Todesfall
Kurz nachdem Layton und sein junger Assistent Luke die Geheimnisse des Dorfs Saint-Mystère aufgedeckt haben, erreicht den Professor ein Brief seines alten Freundes und Mentors Dr. Andrew Schrader, in dem dieser berichtet, endlich die mysteriöse Schatulle der Pandora in seinen Besitz gebracht zu haben. Die Box trägt ihren Namen in Anlehnung an die berühmte Truhe der griechischen Mythologie (zuletzt wurde diese bei einem gewissen Kratos gesichtet) und soll all jene töten, die es wagen, einen Blick hinein zu werfen. Leider kann Dr. Schrader seine Neugier nicht mehr lange im Zaum halten und kündigt an, die Schatulle öffnen zu wollen. Layton hat eine böse Vorahnung und macht sich mit Luke auf, um seinen alten Freund zu besuchen. Bei der Ankunft in dessen Wohnung (Tutorial!) finden sie jedoch einen bereits toten Schrader vor, von der Schatulle fehlt jede Spur. Einziger Hinweis ist eine Fahrkarte für den mondänen Molentary-Express. Darauf hin gehen der Professor und Luke nach Hause und spielen eine Runde Kniffel... Nein, natürlich nicht. Selbstverständlich nehmen die beiden die Fährte auf, wagen eine Fahrt mit dem Zug und treffen dabei unverhofft auf alte Bekannte.
Bahn frei für Layton
In den gerade zu Beginn der Reise längeren - und erneut sehr hübschen –
Zwischensequenzen, wird euch sofort auffallen, dass 'Die Schatulle der
Pandora' im Gegensatz zu ihrem Vorgänger komplett lokalisiert wurde
(auch wenn das auf unseren Screenshots nicht so aussieht), was vor
allem jüngere Spieler freuen dürfte und allgemein für eine noch rundere
Atmosphäre sorgt. Denn auch Laytons zweiter Fall ist weit mehr als eine
reine Rätsel-Sammlung und verbindet wie schon 'Das geheimnisvolle Dorf'
die Knobelaufgaben mit einer spannenden Krimihandlung und den Zutaten
eines klassischen Adventures. Anstatt euch ein Rätsel nach dem anderen
vorzusetzen, lässt euch das Spiel die Umgebung erkunden, mit Leuten
plaudern und Gegenstände sammeln. So sind z.B. wieder in fast jedem
Bildschirm Hinweismünzen versteckt, die euch bei kniffligen Aufgaben
mit (meist) hilfreichen Tipps versorgen. Außerdem findet ihr Bauteile
einer defekten Kamera, könnt Tee brauen und müsst einen fetten Hamster
(der – es kommt einem zoologischen Wunder gleich – in Berliner Mundart
parliert) wieder in Form bringen. Anfangs war ich von der Enge des
Molentary-Express', der auch optisch wenig Abwechslung zu bieten hat,
ein wenig enttäuscht, zum Glück findet die Handlung aber nicht nur in
dem Zug statt. Schon nach dem ersten Kapitel habt ihr erstmals wieder
festen Boden unter den Füßen.
Clever & SmartTrotz der Rahmenhandlung sind die über 150 neuen Rätsel das
Herzstück des Spiels, mit denen ihr mit Abstand die meiste Zeit
verbringen werdet. Viele werden euch im Gespräch mit Personen gestellt,
einige lassen sich aber auch durch das Absuchen der Umgebung aufspüren.
In den Rätseln geht es wieder um die aus dem ersten Teil bekannten
Pikarat, die Währung, die ihr für das erfolgreiche Lösen einer Aufgabe
erhaltet und deren Betrag sich nach deren Schwierigkeitsgrad richtet.
Bei falschen Antworten reduziert sich allerdings die Zahl der Pikarat,
die ihr für eine richtige Lösung noch einstreichen könnt. Ganz leer
geht man allerdings nie aus, was einerseits für weniger Frust sorgt,
andererseits aber auch zum Ins-Blaue-Raten verführen kann.Die
Art der Rätsel ist wieder sehr vielfältig. Mathematische Knobeleien,
Trickfragen, Suchbilder, Verschiebepuzzles und weitere Disziplinen des
Gehirnsports wartet auf die grauen Zellen von Layton und Luke. Wenn man
bei einem Rätsel feststeckt, ist der Fehler fast immer bei der eigenen
Unfähigkeit zu suchen. Nur selten kommt es vor, dass die
Aufgabenstellung zu ungenau formuliert wurde. Lediglich einige
Suchbilder können aufgrund des zu kleinen DS-Bildschirms mitunter für
Ratlosigkeit sorgen. Aufgeben ist allerdings keine Schande: alle nicht
gelösten oder unentdeckten Kopfnüsse wandern in Oma Enygmas Rätselhütte
und können dort jederzeit neu angegangen werden. 'Die Schatulle der
Pandora' ist stets so fair, dass für den Fortgang der Story nur ein
Teil der Rätsel gelöst werden müssen. Selbst wenn man jedes zweite
Puzzle auslässt, kommt man problemlos voran. Wer noch mehr Stoff für
seinen Hirnschmalz benötigt, kann sich mit der Wi-Fi-Connection des DS
jede Woche weitere Aufgaben runterladen.
FAZIT:
Wie schon sein Vorgänger nutzt auch Die Schatulle der Pandora die Fähigkeiten des DS vorbildlich aus und bietet eine stimmungsvolle Melange aus Rätselspaß und Adventure, bei der man manchmal flucht, manchmal triumphiert, manchmal stockt – aber niemals aufgibt. Dafür sorgt nicht zuletzt die äußerst faire Struktur des Spiels, die Frust von Vornherein ausschließt. Ich würde den Professor und seinen neunmalklugen Assistenten jederzeit einem Dr. Kawashima und seinen Gehirnjogging-Kollegen vorziehen, denn statt repetitiven Fleißaufgaben bietet Layton ein ganzes Rätsel-Kaleidoskop, mit dessen Kopfnüssen man sich gerne länger beschäftigt und sie durchaus auch mal im Freundes- und Familienkreis zum Besten gibt und guckt, wie sich denn Mutter oder Freundin so schlagen. Leider fehlt ein für diesen Zweck sicherlich noch besser geeigneter Mehrspieler-Modus. Neben den selten vorkommenden ungenauen Aufgabenstellungen, ist dies aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich Layton an seinen Zylinder heften kann. Wer den Vorgänger noch nicht kennt, könnte sich zwar überlegen, ob er nicht besser zunächst mit diesem – mittlerweile günstiger zu erwerbenden – Teil anfängt, doch der Rest geht mit dem Molentary-Express auf Reisen und hofft, dass es nicht wieder zwei Jahre dauert, bevor die beiden Sequels ihren Weg nach Europa finden.
PRO
+ erneut gute Mischung aus Rätseln und Adventure+ komplett lokalisiert+ hübsche Zwischensequenzen+ vorbildliche Nutzung des Touchscreens+ eine Zugladung komplett neuer Rätsel+ Frust nahezu ausgeschlossen+ Download neuer Rätsel möglichCONTRA- Aufgabenstellungen ab und an ungenau- kein Mehrspieler-Modus- ähnelt stark dem VorgängerQuelle: Tim Hopmann / areagames.de



