Bundesvision Song Contest - Kleinstadthelden machen Dorf berühmt

Der Bundesvision Song Contest 2010 rückt näher, der Bremer Beitrag der Band Kleinstadthelden dürfte eine kleine Stadt im Irgendwo zwischen Hamburg und Bremen schlagartig bekannt machen: „Osterholz-Scharmbeck“, so nennt sich das neue Album der vier smarten Jungs, ist nach der Kleinstadt benannt, in der die musikalischen Kleinstadthelden ihre Wurzeln haben.


  Dabei gibt die Historie der Band nicht erst seit ihrem Debütalbum „Resignation und Aufstehen“ eigentlich eine ganz andere Richtung vor als die Rückbesinnung auf die Wurzeln. „Rausrausraus!“ ist das Motto der ersten Jahre. Und auch jetzt noch: „Rennen“ – nicht umsonst der rockige, nach vorne preschende Opener der neuen Platte. Genau das zeichnet die Band schon immer aus: Nicht auf der Stelle treten wollen, sondern vorwärtskommen.

Die zweite Platte bringt eine Reduktion auf das Wesentliche, eine neue Transparenz, die dem Song und der Geschichte Platz lässt, damit sie ihre volle Wirkung entfalten. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite wissen Kleinstadthelden auch immer noch, was Vollgas bedeutet. Das zeigt der Song „Indie Boys“, mit dem sie ihr Bundesland Bremen beim Bundesvision Song Contest 2010 vertreten werden. Ein Indie-Club-Tanzflächen-Smasher deluxe.

Doch wer genau hinhört, merkt: Auch dieser Song hat ein Anliegen abseits von guter Laune und Feierei. Er ist ein Plädoyer für ein Miteinander der Jugendkulturen. Vielleicht ist das sogar der rote Faden des neuen Albums: Jugendlicher Sturm und Drang mit hanseatischer Nachdenklichkeit. Die kurze Romantik des Innehaltens, nachdem man über die ersten Steine des Lebens gestolpert ist.

Die Kleinstadthelden sind am 14. September bei Stefan Raabh‘s TV Total zu sehen. Ihr neues Album erscheint am 10. September.

Autor: J. Scheidemann